Weihnachtsgewürze

Weihnachtsgewürze
 

Weihnachten kann man schmecken.

Was wäre Weihnachten ohne seine Gewürze? Ist es nicht gerade ihr Duft, der den Hauch von Festlichkeit in den heimischen Wohnzimmern verbreitet? Schon die alten Ägypter, die Griechen und ebenso die Römer kannten und nutzten die aromatischen Gewürze für ihre Honigkuchen oder Lebkuchen. Heute ist die Weihnachtsbäckerei wegen Ihrer Vielfalt kaum noch zu überschauen. Doch die Gewürze sind immer noch die gleichen.

Zu den klassischen Weihnachtsgewürzen zählen Anis, Bittermandel, Kardamom, Gewürzfenchel, Ingwer, Koriander, Kümmel, (Gewürz-)Nelken, Piment, Safran und Zimt. Die meisten dieser Gewürze werden auch als Heilkraut verwendet. Sie gehören traditionell zur Grundausstattung einer Apotheke. Der Unterschied zwischen einem Küchen- und einem Heilkraut liegt meist in der Qualität, in der Anwendung und in der Dosierung.

So werden die krampflösenden, auswurffördernden, blähungstreibenden und sekretionsanregenden Eigenschaften von Anis vor allem bei Beschwerden mit den Atemwegen und Verdauungsstörungen genutzt. Gewürznelken wirken antimikrobiell, krampflösend und schmerzstillend und sind z. B. bei Schleimhautentzündungen ideal. Ingwer wirkt verdauungsfördernd und wird meist bei Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Auch Kardamom hilft bei Verdauungsstörungen mit seinen galletreibenden und sekretionsfördernden Eigenschaften. Zimt gilt ebenfalls als probates Mittel gegen Appetitlosigkeit, Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden.

Was wäre die Weihnachtsbäckerei ohne Gewürze?

Unter Kräutern versteht man die Blätter von frischen oder getrockneten Pflanzen, Gewürze sind deren aromatische Teile, wie: Knospen, Beeren, Wurzeln oder Rinden. Man unterscheidet zwischen:

  • Blütengewürzen wie Nelken und Safran
  • Fruchtteilgewürzen wie Muskat, Vanille und Zitronenschale
  • Rindengewürzen wie Zimt
  • Samengewürzen wie Anis, Sternanis, Fenchel, Koriander, Kümmel, Mohn, Pfeffer und Piment
  • Wurzelgewürzen wie Ingwer

In früheren Zeiten wurden Gewürze in der Tat mit Gold aufgewogen und waren häufig Anlass für Kriege und Feldzüge. Auch Christoph Kolumbus war eigentlich auf der Suche nach einem schnelleren Seeweg zu den Gewürzinseln im Indischen Ozean, als er nach Westen fuhr und dort Amerika entdeckte. Der Besitz und Gebrauch von Gewürzen war früher ein Zeichen von Wohlstand und Reichtum. Aus diesem Grund wurden wohlhabende Händler auch „Pfeffersäcke“ genannt.

Später waren die Apotheken die wichtigsten Händler für Gewürze und Kräuter aller Art. Schon die Volksweisheit „gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“, spielt auf die vielfältige Heilwirkung der verschiedenen Pflanzen an. Meistens werden diese Heilkräuter als Tees angeboten. So gibt es sowohl Kräutertees, die nur aus einer Kräuterart bestehen, wie z. B. Thymiantee bei Entzündungen des Rachenraumes oder Teemischungen für die verschiedenen, typischen Anwendungsgebiete, wie z. B. Husten- und Brusttee, Schlaf- und Nerventee, Blasen- und Nierentee oder Abführtee.

Auch heute noch findet man in vielen Apotheken Weihnachtsgewürze, nach denen man sonst lange suchen muss: Kardamom, Koriander, Piment, Macisblüte, Fenchel, Sternanis, Safran und andere. Ebenso Rosenwasser, das u. a. für die Verfeinerung von Marzipan Verwendung findet, sowie Treibmittel wie Natron, Pottasche und Hirschhornsalz, die gerade in der klassischen Weihnachtsbäckerei unentbehrlich sind.

Tipp: Mit der Zeit verlieren Gewürze ihre ätherischen Öle, wodurch sich ihre Würzkraft vermindert. Daher sollten Sie Gewürze und Kräuter nur in kleinen Mengen kaufen, öfters erneuern und licht- und luftgeschützt lagern. Den intensivsten Geschmack entwickeln Gewürze, wenn man sie erst kurz vor dem Gebrauch zerkleinert.
 

Die wichtigsten Weihnachtsgewürze

 
Sternanis  

Anis und Sternanis

wird als Backgewürz für Anisplätzchen, Lebkuchen, Pfeffernüsse und Springerle verwendet.

Anis und Sternanis helfen bei Atemwegsbeschwerden und Verdauungsstörungen. Sie wirken krampflösend, auswurffördernd, blähungstreibend und sekretionsanregend.
 

 
Mandeln  

Bittere Mandeln

werden in kleinen Mengen den süßen beigemischt, um das Aroma zu verstärken (bis zu 30 g geriebene bittere Mandeln auf 500 g süße). Da bittere Mandeln giftige Blausäure enthalten, dürfen sie nicht in Kinderhände gelangen.
 

 
Gewürznelken  

Gewürznelken

sind ganz und gemahlen erhältlich. Sie werden für Apfel- und Birnenfüllungen und Lebkuchen verwendet.

Gewürznelken helfen bei Schleimhautentzündungen. Sie wirken antimikrobiell, krampflösend und schmerzstillend.
 

 
 

Hirschhornsalz

ist ein Teiglockerungsmittel für Teige, die einen besonders hohen Zuckergehalt besitzen.
 

 
Honig  

Honig

gibt vielen weihnachtlichen Bäckereien, wie z. B. Lebkuchen, die charakteristische Süße.
 

 
Ingwer  

Ingwer

wird aus den Seitenwurzeln der Ingwerpflanze gewonnen. Er ist sowohl gemahlen als auch in Stückchen, kandiert oder in Sirup eingelegt erhältlich.

Bei Appetitlosigkeit und Magen-Darmbeschwerden wird gerne Ingwer verwendet, er fördert auch die Verdauung.
 

 
 

Kardamom

stammt aus Indien und wird für Lebkuchen, Spekulatius und Gewürzplätzchen verwendet.

Kardamom hilft bei Verdauungsstörungen. Er wirkt galletreibend und sekretionsfördernd.
 

 
Koriander  

Koriander

zählt zu den ältesten Gewürzen überhaupt. Für die Weihnachtsbäckerei nutzt man die Samen, die es ganz oder schon gemahlen gibt.

Bei Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit kann Koriander helfen. Er wirkt krampflösend und blähungstreibend.
 

 
Kümmel  

Kümmel

zählt ebenfalls zu den ältesten Gewürzen der Welt. Zum Würzen von Speisen, als auch zur Herstellung von Arzneimittel verwendet man die sichelförmigen braunen Früchte, auch Kümmelkörner genannt.

Kümmel hilft bei Verdauungsstörungen und Magen-Darm-Beschwerden. Er wirkt blähungstreibend und krampflösend und hat antimikrobielle Eigenschaften.
 

 
Lebkuchengewürze  

Lebkuchengewürz

ist eine Mischung aus Zimt, gemahlenen Nelken, Piment, Kardamom und Anis.
 

 
 

Muskatblüte

ist als Pulver erhältlich und hat einen etwas milderen Geschmack als die Muskatnuss.
 

 
Orangeat/Zitronat  

Orangeat/Zitronat

ist kandierte Orangen- bzw. Zedernfruchtschale, die z. B. bei Christstollen verarbeitet wird.
 

 
 

Piment (auch Allgewürz genannt)

verwendet man in Honig- und Pfefferkuchen sowie in Lebkuchen und Spekulatius.

Piment fördert die Produktion von Magensäften und hilft bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen.
 

 
 

Pottasche

wird wie Hirschhornsalz als Backtriebmittel eingesetzt.
 

 
Safran  

Safran

„Safran macht den Kuchen gehl“, färbt also das Gebäck goldgelb. Zudem dient Safran wegen seinem bitter-herben, scharfen Aroma auch als Gewürz.
 

 
Vanille  

Vanille

wird aus den Schoten einer bestimmten Orchideenart gewonnen. Im Handel sind die ganzen Schoten erhältlich. Da echte Vanille relativ teuer ist, wird auch künstliches Vanillearoma als Vanillin angeboten. So enthält Vanillezucker einen Anteil echte Vanille, während Vanillinzucker mit künstlichem Aroma versetzt wird.
 

 
Zimt  

Zimt

ist sowohl als Pulver als auch als Stangen erhältlich. Besonders wichtig ist es für die Herstellung der traditionellen Zimtsterne.

Zimt wirkt antibakteriell und wird bei Appetitlosigkeit, Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden genommen.
 

 
Brauner Zucker  

Zucker, braun

ist besonders für dunkle Teige, wie Gewürzkuchen, Printen, Lebkuchen und Spekulatius geeignet.